Ich beschreibe hier ein Erlebnis, das ich vor mehreren Jahren in Basel hatte. Ich kann mich noch sehr genau daran erinnern, sehe noch diese Bilder, als ob es gestern gewesen wäre.
Es war ein kühler, aber sehr sonniger Mittag. Ich kam von einer Besprechung und musste das Bürogebäude wechseln und spazierte dabei am SBB Bahnhof entlang Richtung Centralbahnplatz. Zahlreiche Leute kreuzten meinen Weg. Plötzlich hatte ich das Gefühl, ich würde die Person kennen, die mir jetzt gerade entgegenkommt. Aber nein, den Namen wusste ich nicht. Trotzdem wollte ich schon Grüssen.... Genau so ging es mir mit allen Leuten! Alle waren mir vertraut. Ihr Wesen war wie ein offenes Buch. Nur konnte ich keine klaren einzelnen Details über die Menschen sagen, aber irgendwie kannte ich alle. Ein unbeschreiblich schönes, warmes und beglückendes Gefühl durchströmte mich!
Das Gefühl, alle Menschen zu kennen, diese Verbundenheit, ist seither geblieben. Nur habe ich mich daran gewöhnt und mich damit abgefunden, dass ich nicht immer stehenbleiben und mit allen, denen ich begegne, ein Gespräch anfangen kann. Manchmal allerdings passiert es, dass ich lautlos mit Fremden spreche, ohne dass sie es richtig merken. Meist bemerken sie es dann doch irgendwie und fühlen sich leicht irritiert.
Umgekehrt werde ich jedoch sehr oft von Fremden angesprochen und bekomme dann innert kürzester Zeit sehr viel und sehr Persönliches zu hören.
Man kann auch in einer "Gesprächssituation", etwa im Zug oder in einem Restaurant, ein Gespräch zunächst wortlos anfangen, indem ich mich im Herzen auf die uns alle verbindende Liebe konzentriere. Dann schicke ich noch geistig ein Kompliment hinterher und schon beginnt ein Gespräch. Ich meine jetzt eines, das man normal mit den Ohren hört. :-)
Ganz selten, und das ist mir dann schon eher peinlich, scheinen andere meine Gedanken in etwa lesen zu können und antworten bewusst verbal oder gedanklich. Bei solchen Begegnungen geht es dann meist sehr schnell zur "Sache", ich meine zu etwas Wesentlichem.
(04.11.2016)
Freitag, 4. November 2016
Freitag, 14. Oktober 2016
Abtei Saint-Maurice
Der Hauptteil des Kircheninnern wirkte eher dunkel, kalt und abweisend auf mich. Ein paar wenige Touristen verirrten sich hierhin und die meisten verliessen das Gebäude sehr schnell wieder. Andere torkelten mit dem Audioguide am Ohr durch die Kirche.
Da ich und meine Frau schon mehrmals hier waren, blieben wir zunächst auch nicht lange, obwohl ich mir fest vorgenommen hatte, diesen Ort etwas intensiver als auch schon zu erforschen.
Wir gingen durch den Haupteingang raus und weiter vorne durch die Pforte der Barmherzigkeit gleich wieder rein. Eine kleine Seitenkapelle lud zum Verweilen ein.
Ein feiner Luftzug nahm mich spiralig mit nach oben. Weit, luftig und erhaben war die Stimmung. Wunderschöne innere Musik erklang!
(14.10.2016)
Da ich und meine Frau schon mehrmals hier waren, blieben wir zunächst auch nicht lange, obwohl ich mir fest vorgenommen hatte, diesen Ort etwas intensiver als auch schon zu erforschen.
Wir gingen durch den Haupteingang raus und weiter vorne durch die Pforte der Barmherzigkeit gleich wieder rein. Eine kleine Seitenkapelle lud zum Verweilen ein.
Ein feiner Luftzug nahm mich spiralig mit nach oben. Weit, luftig und erhaben war die Stimmung. Wunderschöne innere Musik erklang!
(14.10.2016)
Labels:
St. Maurice
Location: Kleinlützel
Saint-Maurice, Switzerland
Donnerstag, 13. Oktober 2016
Kirche St. Theodul in Leysin
Die Kirche wird brutal von einer Strasse umsäumt. Der Zutritt ist lebensgefährlich!
Die Kirche ist offen und trotz Strassenlärm recht ruhig. Die gewölbte Holzdecke im Kirchenschiff vermittelt eine kellerartige Atmosphäre. Durch die modernen, abstrakten Kirchenfenster kommt schönes Licht ins Innere. Ein paar Lampen versuchen den trotz allem recht dunklen Raum etwas zu erhellen. Es herrscht reformierte Nüchternheit.
Das geistige Leben des Ortes wird wie von einem schweren Deckel an der Entfaltung gehindert.
Auf dem Altar sitzt zwischen Blumenstrauss und aufgeschlagener Bibel ein violett-blaues Erdwesen. Es lässt seine Beine baumeln und schaut uns an. Das Wesen ist etwa einen Meter gross.
Rechts hinten, es hat dort hinter der Kanzel eine Richtung Kirchgänger gewendete Bank, tummeln sich mehrere "Nachthemd-Gespenster". Es sind Seelenteile von Verstorbenen.
Rechts beim Eingang hat es eine gemütlich eingerichtete "Diskussionsecke". Die Kirche macht einen freundlichen, etwas traurigen Eindruck.
Ich konnte mit keinem der Geistwesen sprechen. Habe das allerdings auch nicht allzu sehr versucht.
(13.10.2016)
Die Kirche ist offen und trotz Strassenlärm recht ruhig. Die gewölbte Holzdecke im Kirchenschiff vermittelt eine kellerartige Atmosphäre. Durch die modernen, abstrakten Kirchenfenster kommt schönes Licht ins Innere. Ein paar Lampen versuchen den trotz allem recht dunklen Raum etwas zu erhellen. Es herrscht reformierte Nüchternheit.
Das geistige Leben des Ortes wird wie von einem schweren Deckel an der Entfaltung gehindert.
Auf dem Altar sitzt zwischen Blumenstrauss und aufgeschlagener Bibel ein violett-blaues Erdwesen. Es lässt seine Beine baumeln und schaut uns an. Das Wesen ist etwa einen Meter gross.
Rechts hinten, es hat dort hinter der Kanzel eine Richtung Kirchgänger gewendete Bank, tummeln sich mehrere "Nachthemd-Gespenster". Es sind Seelenteile von Verstorbenen.
Rechts beim Eingang hat es eine gemütlich eingerichtete "Diskussionsecke". Die Kirche macht einen freundlichen, etwas traurigen Eindruck.
Ich konnte mit keinem der Geistwesen sprechen. Habe das allerdings auch nicht allzu sehr versucht.
(13.10.2016)
Geschichte
1445 bewilligte der Bischof von Sitten den Bau einer dem hl. Theodul und der Maria Magdalena geweihten Kapelle. 1528 erfolgte die Einführung der Reformation in Leysin, 1702 wurde es eine eigene Kirchgemeinde. (Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz)Dienstag, 27. September 2016
Ein für mich neuartiger Zugang zur Kundalini Energie
Kundalini ist ein vielschichtiges Konzept welches in der einen oder anderen Form vor allem in orientalischen, z. T. aber auch in europäischen Philosophien auftaucht. Ich versuche hier bloss ein paar persönliche Erlebnisse der letzten dreissig Tage zu beschreiben, welche ich nach meinem Verständnis mit dem Begriff "Kundalini" verbunden sehe.
Nach einem weiteren Kurstag im Grundkurs von Anouk Claes, wo es unter anderem um das Thema "Aufmerksamkeit" ging, geschah folgendes:
Ich finde, dass es absolut OK ist, wenn die Schlange aufgerollt im Unterbauch verharrt! Sie liegt dort entspannt, und zwar als Ganzes, vollständig. Es geht weniger darum sich auf irgend was zu konzentrieren, als vielmehr alle Aufmerksamkeit von überall sonst abzuziehen und zurück zu nehmen. Im Yoga nennt man das Pratyahra (Rückzug) und ist ein grosses, absolut fundamentales Thema.
Sich mit etwas zu befassen, irgend was meine Aufmerksamkeit zu schenken, ist anstrengend, ist mit Aufwand, mit Energieverlust verbunden. Macht es Sinn, will ich mich wirklich mit diesem oder jenem befassen?
Umso mehr als diese Energie ruht, ganz bei mir ist, um so stärker spornt sie zu Aktivität an. Wieviel Kundalini Energie kann ich in ihrer schlafenden Form vertragen und geniessen, und wann will ich was tun, und mich im Rausch des Flusses baden?
Ich habe im letzten Monat enorm viel und erfolgreich gearbeitet und habe gemerkt, dass ich anfing, an meiner Gesundheit Raubbau zu betreiben. "Power and Speed" sind nicht a priori gut. Das bewusste und sinnvolle Lenken der zusätzlich gewonnen Energie muss ich erst noch lernen.
Insbesondere kann ich noch kaum glauben, dass ich einen Weg zu "mehr Tempo" gefunden habe. Wird das anhalten oder ist das wiedereinmal mehr nur so eine vorübergehende "Biorhythmusphase"? Jedenfalls bin ich total "aufgekratzt"!
(27.09.2016)
Samstag, 27. August 2016
Vernissage in St. Ursanne von visarte-jura
Ich gehe mit meiner Frau an eine Kunstausstellung in St. Ursanne, die Biennale von visarte-jura. Künstler mit "Jurabezug" zeigen ihre Werke in einem stillgelegten Zementwerk. Eine Skulptur von Jean-Pierre Gerber gefällt mir besonders. Es zeigt eine "aufgebrochene", geschliffene Steinsäule. Einzelne Kristallpartien wurden vom Künstler freigelegt. Kleine Berg-Zwerge von der Umgebung sprechen mit mir bei diesem Objekt, das sie auch interessiert. Sie meinen, dass die Skulptur schon ein paar Jahre alt sei. Ich frage sie nach dem Alter des Steines, worauf sie zu lachen beginnen. Sie fragen nach dem Verhalten der vielen Vernissagebesucher. Während den Ansprachen sprechen viele Leute einfach weiter, einfach etwas lauter. Auch scheinen sich die wenigsten Besucher wirklich für die Werke zu interessieren. Die Aufmerksamkeit springt herum und eigentliche Dialoge mit den Ausstellungsstücken scheinen selten zu sein. Und die Leute sehen weder die Naturwesen noch die anderen, nicht direkt "verwandten" Besucher. Die anwesenden Künstler sind nur für Eingeweihte sichtbar und scheinen nicht an einem Dialog zu ihren Werken interessiert zu sein. Das übliche "sehen und gesehen werden" findet statt.
Ich erkläre den kleinen Bergmännern, dass wir Menschen oft recht viel Einstimmungszeit benötigen, bis wir etwas hören oder sehen. Ich sah sie auch erst hinter mir stehen, als ich schöne Holzskulpturen neben der Steinsäule betrachtete.
Ich erwähne, dass Jean-Pierre Gerber ein Sänger sei. Das bringt sie sogleich in eine sehr respektvolle, andächtige Haltung. Vielleicht konnten sie den Künstler gleich singen hören? Das ging eine Weile so und dann zeigten sie mir zum Dank einen recht grossen Calcit Kristall, der wunderschön rosarot im Berginnern, hinter der Wand des Zementwerkes, leuchtete. Er war stabförmig und erinnerte mich irgendwie an die kleinen Kristalle welche bei der Skulptur zu sehen waren.
---
Nachtrag: wir waren bereits recht früh in St. Ursanne und zunächst meinten wir, die Vernissage sei im "Le Caveau", einem schönen alten Kellerraum. Dort ist eine kleine Ausstellung zu den Werken von Paul Suter. Diese Ausstellung steht im Zusammenhang mit der Biennale. Ich möchte nochmals mit dem Mann sprechen, welcher dort die Aufsicht machte. Ich habe im Nachhinein das Gefühl, dass er sich mit Naturwesen auskennt. Jedenfalls vibrierte sein Ausstellungsraum förmlich vor lauter Wesen und ich wäre am liebsten dort geblieben.
(27.08.2016)
Ich erkläre den kleinen Bergmännern, dass wir Menschen oft recht viel Einstimmungszeit benötigen, bis wir etwas hören oder sehen. Ich sah sie auch erst hinter mir stehen, als ich schöne Holzskulpturen neben der Steinsäule betrachtete.
Ich erwähne, dass Jean-Pierre Gerber ein Sänger sei. Das bringt sie sogleich in eine sehr respektvolle, andächtige Haltung. Vielleicht konnten sie den Künstler gleich singen hören? Das ging eine Weile so und dann zeigten sie mir zum Dank einen recht grossen Calcit Kristall, der wunderschön rosarot im Berginnern, hinter der Wand des Zementwerkes, leuchtete. Er war stabförmig und erinnerte mich irgendwie an die kleinen Kristalle welche bei der Skulptur zu sehen waren.
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Nachtrag: wir waren bereits recht früh in St. Ursanne und zunächst meinten wir, die Vernissage sei im "Le Caveau", einem schönen alten Kellerraum. Dort ist eine kleine Ausstellung zu den Werken von Paul Suter. Diese Ausstellung steht im Zusammenhang mit der Biennale. Ich möchte nochmals mit dem Mann sprechen, welcher dort die Aufsicht machte. Ich habe im Nachhinein das Gefühl, dass er sich mit Naturwesen auskennt. Jedenfalls vibrierte sein Ausstellungsraum förmlich vor lauter Wesen und ich wäre am liebsten dort geblieben.
(27.08.2016)
Freitag, 26. August 2016
Männliches Naturwesen mit nach oben gestreckten Armen
Im Wald, am Rand einer Waldstrasse - es hat Felsen und Bäume - erscheint ein sehr menschenähnliches Wesen. Ich begegne an diesem Ort - im Umkreis von etwa 20 Metern - immer wieder Naturwesen. Es ist ein hagerer, langer Mann. Er hält die Beine geschlossen und streckt seine Arme gerade nach oben über seinen Kopf. Die gestreckten Handflächen sehen manchmal zueinander, manchmal nach vorne. Er bewegt sich kaum und ein eigentliches Gespräch kommt nicht zu stande. Er ist hell, mit dunklen Haaren und ist kaum bekleidet. Er verströmt viel Kraft. Ich betrachte ihn fünf bis zehn Minuten lang. Jedenfalls sehr lange. Dann verschwindet das Wesen und ich gehe weiter. Kaum weitergegangen kommt von hinten unten ein Auto welches sich mit einem vorne von oben kreuzt. Dann ist wieder völlige Ruhe und ich gehe weiter.
Nachtrag: am nächsten Tag wurde mir klar was diese Handstellung meinte: Es war ein Hinweis auf das Scheitel-Chakra, auf Sahasrara. Er hat mit den Händen auf den Raum über dem Kopf hingewiesen.
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Ich begegne der unten abgebildeten Himmelsleiter, einem Weg ins Licht.
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Eine Eingebung fordert mich zu mehr Handlunstempo auf. Es ist nicht das erste mal. Ich habe die Tendenz zu glauben, dass alles Geistige nur in gemächlichen, tranceähnlichen Zuständen möglich ist.
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Wunderbares Nachtessen bei Freunden im Garten.
(26.08.2016)
Nachtrag: am nächsten Tag wurde mir klar was diese Handstellung meinte: Es war ein Hinweis auf das Scheitel-Chakra, auf Sahasrara. Er hat mit den Händen auf den Raum über dem Kopf hingewiesen.
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Ich begegne der unten abgebildeten Himmelsleiter, einem Weg ins Licht.
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Eine Eingebung fordert mich zu mehr Handlunstempo auf. Es ist nicht das erste mal. Ich habe die Tendenz zu glauben, dass alles Geistige nur in gemächlichen, tranceähnlichen Zuständen möglich ist.
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Wunderbares Nachtessen bei Freunden im Garten.
(26.08.2016)
Donnerstag, 25. August 2016
Aufmerksamkeit; Marie Benoit
Heute war ich zusammen mit meiner Frau im Grundkurs bei Anouk Claes in Münchenstein. Es ging vorwiegend um das Thema "Aufmerksamkeit". Ich sitze im Garten unter der Weide und bin am Aufarbeiten von all dem vielen Interessanten und Schönen, das wir heute gehört haben. Es war wie immer total spannend.
Die Sachen, die ich hier schreibe, sind natürlich stark von solchen Kursen geprägt. Was ich publiziere ist aber immer meine eigene Interpretation der Dinge.
---
Beim Einnachten kam wieder einmal Marie Benoit S. aus dem Elsass vorbei. Sie besucht uns mehrmals pro Jahr. Eine Zigeunerin, welche früher jeweils mit Körben von Haus zu Haus lief. Seit vielen Jahren Epileptikerin mit eingebautem Drug Dispenser. Früher eine starke Raucherin, hat seit ein paar Jahren einen diagnostizierten, unbehandelten Lungenkrebs und immer wieder Absenzen mit Stürzen. Sie lebt seit immer unter dem Existenzminimum. Ihr Mann hatte sich vor etlichen Jahren aufgehängt. Marie Benoit zog dann die Kinder alleine auf. Ohne finanzielle Zuschüsse aus der Schweiz hätte man ihr die Kinder entzogen. Oft war sie schon völlig am Ende. Sie ist total abgemagert. Aber sie läuft und läuft. Früher mit Körben, jetzt ohne.
Ihre Mutter wohnt im Wagen. Heute ist ihr 80er Geburtstag. Das letzte mal kamen beide zusammen mit einem Auto. Über Landstrassen und Feldwege. Das Fahrzeug hatte weder eine Versicherung noch war es fahrtauglich.
Mare Benoit strahlt und lächelt, hat mit dem Leben und ihrem Schicksal abgeschlossen. Völlig gläsern und zerbrechlich kann sie kaum noch sprechen. Sie bekommt zu Essen und zu trinken und Proviant für den Heimweg und einen beachtlichen Batzen. Dankend entschwindet sie in die Nacht.
(25.08.2016)
Die Sachen, die ich hier schreibe, sind natürlich stark von solchen Kursen geprägt. Was ich publiziere ist aber immer meine eigene Interpretation der Dinge.
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Beim Einnachten kam wieder einmal Marie Benoit S. aus dem Elsass vorbei. Sie besucht uns mehrmals pro Jahr. Eine Zigeunerin, welche früher jeweils mit Körben von Haus zu Haus lief. Seit vielen Jahren Epileptikerin mit eingebautem Drug Dispenser. Früher eine starke Raucherin, hat seit ein paar Jahren einen diagnostizierten, unbehandelten Lungenkrebs und immer wieder Absenzen mit Stürzen. Sie lebt seit immer unter dem Existenzminimum. Ihr Mann hatte sich vor etlichen Jahren aufgehängt. Marie Benoit zog dann die Kinder alleine auf. Ohne finanzielle Zuschüsse aus der Schweiz hätte man ihr die Kinder entzogen. Oft war sie schon völlig am Ende. Sie ist total abgemagert. Aber sie läuft und läuft. Früher mit Körben, jetzt ohne.
Ihre Mutter wohnt im Wagen. Heute ist ihr 80er Geburtstag. Das letzte mal kamen beide zusammen mit einem Auto. Über Landstrassen und Feldwege. Das Fahrzeug hatte weder eine Versicherung noch war es fahrtauglich.
Mare Benoit strahlt und lächelt, hat mit dem Leben und ihrem Schicksal abgeschlossen. Völlig gläsern und zerbrechlich kann sie kaum noch sprechen. Sie bekommt zu Essen und zu trinken und Proviant für den Heimweg und einen beachtlichen Batzen. Dankend entschwindet sie in die Nacht.
(25.08.2016)
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