Donnerstag, 12. Oktober 2017

Ceci n'est pas une pipe

Ihr kennt wohl alle das berühmte surrealistische Bild vom Belgier René Magritte "La trahison des images" ("Der Verrat der Bilder"), welches eine Pfeife zeigt und den Spruch: "Ceci n'est pas une pipe." ("Das ist keine Pfeife")
Und wieso soll denn das keine Tabakpfeife sein?
Eine Pfeife kann man stopfen, anzünden und rauchen! Mit Bildern geht das nicht! Man kann beispielsweise durch das betrachten des Bildes niemals herausfinden, wie die Pfeife riecht. Ausser man verbindet sich mit einer echten Pfeife. Ob diese je gemalt oder fotografiert wurde, mittlerweilen verbrannt ist oder je in der Nähe meiner Nase war, ist egal. Aber ich muss bei ihr, mit ihr, sein.
(12. Oktober 2017)

Samstag, 7. Oktober 2017

2 spirituelle Konzepte

Ich habe zwei grosse verinnerlichte spirituelle Konzepte gefunden und ich glaube sie sind daran sich zu verziehen bzw. zu wandeln.
Das eine sagt: "Es ist sehr schwierig mit der geistigen Welt in Kontakt zu kommen. Entweder man wird hellsichtig geboren oder fliegt als Kind in einen Kübel voller Zaubertrank. Und falls du dann eines Tages nach endlosen Exerzitien (stundenlang mit geradem Rücken dasitzen, dicke Bücher lesen, das richtige essen, richtig schnaufen, usw.) doch was spürst oder siehst von der geistigen Welt, dann höchstens in homöopathischen Dosen und nur ein zwei mal in einem langen Leben."
Das andere: "Wenn ich mit der geistigen Welt in Kontakt komme, dann muss ich mindestens Gott persönlich sehen. Alle Menschen müssen aussehen wie leuchtende Fackeln und ich sehe tagelang das erst August Feuerwerk, selbst wenn es nicht August ist. Dann wache ich eventuell wieder aus dem Nirvana auf, bin ein total anderer Mensch und wandere rund um den Globus und sondere heilige Sprüche ab."
Ich bin nicht mehr so ganz überzeugt von diesen etwas überzeichnet wiedergegebenen spirituellen Glaubensvorstellungen.
In Shakespeares Tragödie "Hamlet" begegnete Hamlet dem Geist seines Vaters und dann sagte er zu seinem Freund Horatio: "There are more things in heaven and earth, Horatio, then are dreamt of in your philosophy." (Hamlet I, 5)
Die geistige Welt ist vielfältig, sehr vielfältig. Das letzte, höchste, alles vereinende Prinzip zu schauen so wie man einen Film schaut, ist eine Illusion. Es gibt viele geistige Dinge zwischen Himmel und Erde, zwischen mir und Gott. So viele, dass man sich leicht darin verlieren kann.
Wo beginnt die geistige Welt? In der physischen Materie die jeder sehen kann! Wer sich von einem schönen Sonnenaufgang beglücken lässt, wer ins Universum zurücklächelt, wer traurig ist weil sein Leben zu Ende geht, sie alle haben ein Stück Geist erhascht, haben etwas gespürt was grösser als das ist, was man mit dem Fotoapparat auch sehen könnte!
Geist ist überall! Die Schleusen der geistigen Welt sind weit geöffnet und es ist eine beachtliche Verdrängungsleistung, den Geist nicht zu sehen!
Die Bäume, die Berge und Häuser, alle und alles wartet darauf, umarmt zu werden! Sie haben ihre Arme weit ausgestreckt zu mir und möchten mich an sich drücken. Alles möchte mit mir sprechen, sich mit mir austauschen. Alles ist extrem liebesbedürftig, liebeshungrig.
Ich gehe in die Migros und dort hat es eine schöne Gemüse- und Früchteabteilung, eine kleine viereckige Insel im Laden die man umwandern kann. Es hat Berge von rotem und grünem Essbarem. Ich liebkose diese Nahrungsmittel mit meiner Aufmerksamkeit, ich streichle die Birnen und Tomaten. Die Gemüse- und Früchteberge sind jetzt wie von hohem Gras bewachsen und die Halme wiegen sich im Wind und strecken sich zu mir. Auch wenn ich nichts kaufe...
In einem Nachbarsdorf von uns wohnt eine Bäuerin mit ihrem Mann, einem Hunde und einer Herde freilebender Hochlandrinder. Wenn es sie "anfällt", dann muss sie zu den Kühen und geht "Rinder knuddeln"! Sie umarmt die kleinen und grossen Tiere, massiert sie, "knuddelt" sie, wie sie das eben nennt, erfreut sich mit ihnen am Leben. Wenn sie das erzählt, dann leuchtet sie wie eine brennende Fackel!
So, jetzt gehe ich Bäume knuddeln oder was auch immer mir über den Weg läuft und sich knuddeln lässt!
(Die unten abgebildeten Rinder sind "typähnlich" zu denen, die ich in der Geschichte erwähnt habe.)
(07.10.2017)

Freitag, 6. Oktober 2017

Konzepte und Glaubensvorstellungen

Die Konzepte und Glaubensvorstllungen, oder vielleicht besser gesagt, die Oberfläche davon, ist intellektuell-analytisch recht gut fassbar.
Sie verdunkeln, filtern, das Licht aus der geistigen Welt. Um in die lichte Welt des Geistes vorstossen zu können, muss ich die Konzepte und Glaubensvorstellungen beiseite schieben bzw. liegen lassen wo sie sind.
Wie kann ich das tun?
Ein Bild kommt mir in den Sinn: Ich laufe pausenlos und ruhelos durch die Gegend. Dann denke ich: "Ich möchte Ruhe. Ich brauche eine Pause." Also setze oder lege ich mich hin und mache eine Pause. Alles überhaupt kein Problem für die meisten Menschen. Auf Krankheiten will ich in diesem Bild nicht eingehen.
Wieso können wir uns einfach so hinsetzen oder hinlegen und eine Pause machen? Wie ist das möglich? Das ist so einfach, weil wir Herr unseres Körpers sind, ihn gut kennen und er uns zumindest in diesem Beispiel sofort und unkompliziert gehorcht. Wenn ich nun jedoch alle Details des sich hinlegens und wieder aufstehens mir ganz bewusst machen möchte, dann würde die Sache unendlich kompliziert und eventuell gar unmöglich.
Übertragen auf das Verhältnis zwischne der geistigen und der materiellen Welt heisst das für mich: ich muss erstens meine gelebten, verinnerlichten Konzepte, mein Gewissen, kennen und zweitens genügend innere Ruhe und Klarheit haben, um es für einen Moment vergessen zu können. Ich muss jegliches Werten, Beurteilen, die ganzen "Mores", die Sitten und Sichtweisen, die Glaubensstrukturen, beiseite lassen. Der Prozess geht schnell und geschmeidig und ohne im vornherein jedes Detail geklärt haben zu wollen.
So wie ich geschickt bin im gehen, im absitzen und wieder aufstehen, genauso geschickt kann ich sein im Umgang mit meinen Konzepten. Die Konzepte der anderen Menschen sind genau so unwichtig wie die Körper der anderen Menschen, wenn ich mich bewegen will. Die Betrachtung der anderen Menschen kann mir höchstens einen Hinweis darauf geben, was ich tun soll um z.B. gehen zu lernen. Schlussendlich muss ich das gehen und sitzen verinnerlichen.
Die Konzepte meiner Umgebungskultur sind zwar interessant, aber primär muss ich mich selbst kennen und meine eigenen Wertvorstellungen beherrschen lernen. So wie das Kind selbst Schritte machen muss. Nur mit da sitzen und nachdenken lernt man nicht gehen.
Folgende Punkte scheinen mir am wichtigsten zu sein:
- Eine gewisse Kenntnis, Klarheit und Reinheit gegenüber meinen Glaubensvorstellungen
- ‎Einen ruhigen, ausgeglichenen, harmonischen Gefühlszustand
- ‎Gedankenruhe
- ‎Genügend Nervenkraft um sich zu getrauen das Licht des Geistes hereinzulassen ohne gleich wegzurennen (denken, werten, beurteilen, usw.) wenn man etwas wahrnimmt
- ‎Gnade und Dankbarkeit
- ‎Eine riesengrosse Sehnsucht nach der geistigen Welt
Wie man den Eintritt in die geistige Welt systematisch und gefahrlos macht, das überlasse ich gerne Leuten die sich damit besser auskennen (z.B. Anouk Claes) zum erklären und schulen. Ich kann höchstens von einzelnen persönlichen Bildern, von meinen Erfahrungen, sprechen.
(06.10.2017)

Donnerstag, 5. Oktober 2017

Muss ich überhaupt noch irgendwo hin?

Eine Mutter mit ihren Kindern vor unserem Küchenfenster heute Morgen (05.10.2017).

Muss ich überhaupt noch irgendwo hin oder genügt es einfach hier zu bleiben und zu staunen? Eine existentielle Frage... Bin am Schuhe schnüren für die Gemmi Wand (via Wanderweg, also auf zwei Beinen).


Gewissen

Die gesellschaftlichen "Werte und Normen", der veraltete Ausdruck dafür ist "Moral", ist Kultur (Ethnie) und Zeit (Epoche) abhängig. Die Moral muss dauernd neu definiert und modifiziert werden. Sie ist nicht statisch.
Unser individuelles Gewissen wiederum hat sich über lange Zeit basierend auf der gelebten Moral entwickelt.
Das Gewissen ist das, was man weiss. Das was sagt, was richtig oder falsch, wertvoll oder wertlos ist. Es ist physisch in unsere Seelen gemeisselt, kann aber glücklicherweise auch weiter entwickelt werden.
Eine der wesentlichsten Aufgaben des Menschen besteht darin, zu erkennen, dass die Moral nicht nur bezüglich der gelebten Kultur und Epoche angemessen sein muss, sondern bezüglich allen Menschen. Z.B. ist die Definition von Menschenrechten und ähnlichem ein Schritt in diese Richtung.
Wer Zugang zur geistigen Welt hat, alle haben das ein Stück weit, der sieht, dass die Moral auch den geistigen Wesenheiten und Gesetzen gerecht werden muss.
Die meisten "Geistesforscher" sind daher in einem konstanten Gewissenskonflikt (sog. kognitive Dissonanz). Das ist auch gut so. Das wird hoffentlich dazu führen, dass eines fernen Tages die Moral wiederum der ganzen Schöpfung gegenüber ins Lot kommt. Dann wird die Moral obsolet sein.
Im Moment ist die Menschheit in einer kritischen Phase. Das "gierig Materielle" , das "Tote", bekommt jede Menge Energie. Es ist unsere Aufgabe, die Aufgabe unserer Zeit, das Steuer herumzureissen und dazu beizutragen, dass der Planet Erde noch für eine beträchtliche Zeit bewohnbar bleibt. Die Menschheit ist noch nicht bereit, ohne Erde weiterleben zu können.
Es geht also nicht nur darum Konzepte zu erkennen, sondern auch darum, diese zu wandeln, zu verbessern. Und das in dehmütiger Einsicht, dass der Weg lang ist. Es gibt keine einfachen Lösungen. Es ist ein konstantes, "ewiges" Ringen um Harmonie und Vollkommenheit.
(05.10.2017)

Dienstag, 3. Oktober 2017

Orgelkonzert in Leukerbad

Gestern Abend waren wir an einem Orgelkonzert hier in Leukerbad. Die "bequemen" Kirchenbänke lassen einem nach vorne blicken, während von hinten die Orgel dröhnt. Das eine Stunde lang!

Also hatte ich genügend Zeit, mir die Wesen in der Kirche anzusehen.

Das eine war das GoldAltarDing. Imposante Tiere, insbesondere ein grosser Wolf erschien. Aber auch anderes.

Der andere Schauplatz waren die "leeren" Bänke rechts vor mir. Da kamen aus der Kirchenmauer etliche Zwerge zum Konzert! Die setzten sich dann Richtung Orgel auf die leeren Bänke und freuten sich an der Musik. Also konnte ich schön ihre Gesichter studieren. Alles in allem eher wilde Gesellen! Einer machte sich einen Spass daraus und setzte sich mehr oder weniger auf meine Brust und ich konnte kaum noch atmen. Es war eine fröhliche Bande. Nach dem Applaus am Konzertende sah ich sie nicht mehr. Ausser einem, der erschien mir noch mehrmals in der Nacht. Er stand einfach da im Licht und erfreute sich seiner Kraft.
(03.10.2017)

Wer ist da?

"Wer ist da? Wer ist eigentlich anwesend?" Diese Frage stelle ich mir ab und zu wenn ich unter Menschen bin. Manchmal finde ich jemanden, oft aber auch niemanden. Natürlich kann ich das nicht mit hundertprozentiger Sicherheit beurteilen. Es ist mehr so ein Spiel und am Schluss befasse ich mich auch mit mir selbst und sorge dafür, anwesend zu sein!

Ein paar Beispiele der letzten Tage:
Ein Ausflugsrestaurant liegt an einem See mit schönster Aussicht und die Sonne scheint wunderbar. Die Sitzplätze mit bester Aussicht sind heiss begehrt. Manchmal warten die Gäste gar mit absitzen, bis so ein Superplatz frei wird.

Ich schaue in die Runde und höre den Gesprächsfetzen, die ich auffangen kann, zu. Oft ergibt sich dann folgendes Bild: Keiner schaut auch nur in die Richtung der schönen Landschaft! Die Leute betrachten die anderen Leute, sind mit ihrem Mobile, dem Hund, dem Essen und trinken und was auch immer beschäftigt. Und die Gespräche befassen sich mit irgend was. Am Ende stehen sie auf und gehen, ohne etwas gesehen zu haben. Zumindest scheint das so zu sein.

Anderes Beispiel:
In einem Berg-Panorama- Restaurant spielt Musik. Draussen ist es kalt und unfreundlich, aber trotzdem haben viele Gäste das Gefühl, sie müssten kurz auf die Terrasse gehen, um nichts verpasst zu haben. Die Terrassentüre geht automatisch zu. Eine kräftige Feder sorgt dafür, dass die Türe schnell schliesst. Allerdings gibt das einen ziemlichen Knall und die ganze Fensterfront zittert wie bei einem Erdbeben.

Ich schaue und höre dem munteren Geknalle zu und denke, wenn einer reinkommt und zumindest versucht die Türe anständig zu schliessen, dann stehe ich auf und gehe ihm gratulieren!

Da kommt ein zirka fünfzig jähriger, grosser Mann mit einer Zigarettenschachtel in der Hand und geht in Richtung Terrassentüre. Ich sitze neben der Türe und deshalb kommt er von vorne direkt auf mich zu. Ich habe total das Gefühl, dass der "anwesend" ist! Und siehe da, er geht raus und schliesst die Türe bewusst geräuschlos.

Ich erzähle die Geschichte meiner Frau, wir bezahlen und verlassen das Restaurant. Ich gehe noch schnell auf die Toilette. Ich versuche die Eingangstüre zu öffnen, aber da versucht schon einer von der anderen Seite her rauszukommen. Ich lasse den Türgriff los und vor mir steht der vorhin erwähnte Herr. Soll ich ihm jetzt gratulieren wegen der Terrassentüre von vorhin? Leicht verwirrt trete ich beiseite, damit er rauskommen kann. Er macht einen Schritt zurück und besteht darauf, dass ich sein Angebot der aufgehaltenen Türe akzeptiere. Was ich dann auch gerne tue.

Mit Menschen, die ich als "anwesend" empfinde, bleibe ich verbunden.

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Etwas ähnliches passiert mir oft auch im "Garten". Ich begegne Menschen, welche sich dort aufhalten, ohne anwesend, ansprechbar zu sein. Aber das liegt vielleicht auch an mir. Vielleicht bin ich nicht so ganz dort, wenn ich dort bin. 🤔
(03.10.2017)