Montag, 10. Juli 2017

Nichts liegen lassen?

Auf einer Wanderung in der Vulkaneifel begegnete uns der unten wiedergegebene schöne Rastplatz. Mitten im Wald hatte es zwei urchige Holzbänke und davor eine Marienstatue. Wir blieben stehen - die Bänke waren zu nass vom Regen - und schauten uns den Ort an.

Eine wunderbar feierliche Stimmung herrschte hier in der Abendsonne. Das "Heiligtum" war allerdings nicht die Maria, sondern eine Stelle rund zehn Meter schräg rechts hinten zwischen den Tannen. Barbara hat mir dies bestätigt. Die Maria fungiert als Wächterin.

Wir blieben lange und umrundeten etliche Bäume im Bereich der Bänke.

Da sah ich, dass in der Rücklehne des linken Sitzbankes ein kleines Schild eingenagelt war. Auf diesem stand:
"Setz Dich. Wanderer
sei hier Gast.
Doch nimm wieder mit,
was du hergebracht hast."

Solche und ähnliche Abfallvermeidungssprüche gibt es in unzähligen Variationen und sie "schmücken" so manchen Rastplatz. Aber kann man einen unordentlichen Menschen, einer der das Käsebrotpapier im Wald liegen lässt, mit einem Spruch umerziehen? Wohl kaum!

Wieso kommt jemand auf die Idee, ich könnte mich so verhalten? Tragen wir Menschen denn nur Dreck mit uns rum? Gibt es nichts Wertvolles, was man liegen lassen kann?

Eine "heilige Wut" ergriff mich und wir blieben noch ein paar Minuten länger. Lang genug, um noch ein bisschen mehr Feenglitzer über den Ort zu streuen.

(10.07.2017)

V

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen